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Über die Dichtkunst
Ein Dichter und Poet ist wohl der größte Interpret weiß er den Schein zu deuten und die Sonnenuhr zu läuten wenn die Kirchturmuhr versagt und ein Mensch die Uhrzeit fragt.
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Jagdglück
Ich hab ein junges Reh gesehen es blieb vor mir am Wegrand stehen ich wollte es nur lieb berühren nicht einmal zur Rast verführen. Ich streckte meine Hände aus.
Doch dieses Rehlein zart und fein dacht ich könnt ein Wilddieb sein und rannte dann in Windeseile in den Winterwald hinein. Will sich vor mir verstecken.
Schau ihm nach und rufe "Wart" weil die dunkle Nacht schon naht Ist bald drauf meinem Blick entschwunden hat seinen Weg wohl schon gefunden. Hör aus der Ferne einen Schuß.
Welch grimmig blutig Ende das ist die Sonnenwende? Der Jäger holt die Beute ein das Reh ist nun für immer sein! Und nimmer läuft es heim.
Ich gehe traurig durch den Wald und fühle es wird langsam kalt Ich lege mich dann einfach hin denn rennen hat wohl keinen Sinn. Will keinem Jäger Jagdglück sein.
So ruh ich leblos bis zum Morgen und kann vor Kälte nicht mehr gehn mach einmal noch die Augen auf und seh das Reh wie gestern vor mir am Wegrand stehn.
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Hase auf der Sonnenblumenwiese
Ein Dichter und Poet der ruht auf lichter Aue in diesem schönen Leben nach Gottes Maß zu streben.
Schaut er hier gar lustge Vögel Gelber Kopf und grüne Flügel grüner Himmel ist ihr Hain wellenreitend im Wiesenschein.
Und vor des Dichters Frühlingsnase hüpft still vergnügt ein junger Hase.
Welch wogend weiße Weite vor ihm die leere Seite will nimmer sie beschreiben um immer frei zu bleiben.
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Ungleiche Rosse
Ein römischer Roßbändiger spannt vor seinen Himmelswagen zwei ungleiche Rosse. Das eine ist edel, stolz, kühn, belebend. Das andere schäbig, zeisighaft, träge. Erhebt sich nun dieser Wagen im Wunsche des Wagenlenkers, so strebt das edle Roß immer höher der Sonne entgegen, ruhender Urquell, das andere zieht es in die finsteren Regionen des Lebens zurück, in die Schattenauen und Leidenswiesen. Unbeherrscht strebt so das Gespann im leeren Raum auseinander, fällt zu einer Zeit tief hinab, strebt alsbald wieder hinauf um immerfort dem Kreislauf des Sonnenbogens und der Mondsichel zu erliegen, Tag der Seele als Nacht im Willen. Übermächtig und schwer der ungleiche Wunsch zum Wandel und Sein, der hier die eine, dort die andere Richtung begehrt, ewiges Steigen und Fallen, niemals frei von Zwängen, denn im Geschirr des Lebens fest verwoben. Ruhende Sonne ach so fern, des lebensfrohen Rosses Ziel. Willenloser Seelenwunsch, zufriedener Erdengeist, des trägen Rosses Stall. In Banden der Widersetze verstrickt versucht der Roßbändiger die Seelenkräfte, die ungleichen Rosse, zu erkennen und ihnen zu gebieten. Doch kann das Roß, welches die Sonne geschaut, nimmer im Wesen gekehrt ein anderes Ziel begehren als das lichte Leben. Alsgleich wird das Roß, welches in Dunkelheit geboren und nicht genötigt war seine Augen zur Schau zu öffnen, jemals gewillt sein, die Schattenauen und Lebenswiesen zu verlassen, um dem Geheiß einer (w)agen-Weisung zu folgen. Immerfort, vom Beginn der Zeit an, ziehen diese Rosse so den Himmelswagen auf dem Lebensbogen durch unendlich wandelbare Pforten der Wahrnehmung - im Schattenreich und Sonnenland - dem vergehenden Zwischenreich. Sie tragen den schicksalsgefangenen Wagenlenker in eigener Manier, im Wesen des im Widerstreit keimenden Erkenntnisweges, ungestüm umher, ohne jemals Einhalt zu gewähren und heilsame Zeit dem Leid der Zwiespältigkeit zu enteignen. Zeit ist die Geißel des Lebensbogens und Markstein der Endlichkeit des Bewegten.
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Erkennen vermag der Sehende - der zum Sehen geschulte - dass nichts besteht vor der Zeit. Nur das unbewegt Bewegende ist die Weise, die Idee, die Willensmacht, die Bestand hat, ohne der Zeit Einkehr zu gewähren. Alsbald wird nun die Richtung zu bestimmen sein, in die der Himmelswagen zu weisen sei, die Richtung der Erkenntnis des Ursprungs und der Einkehr, der Ruhepunkt des Selbst - der unbewegte, zeitlos feststehende Mittelpunkt des erhabenen Geistes. Mordtat am Geiste sei der Versuch, eines der Rosse - namentlich das zeisighafte - aus dem Wesen des Zuges auszutauschen gegen ein Belebendes, führt doch die Erkenntnis nur durch die Schau von Gegensätzen zum Geiste. Mordtat am Leben sei der Versuch, vom Himmelswagen abzuspringen, das Seelengespann ziehen zu lassen aus dem Augenschein. So besinnt sich der Roßbändiger auf das Wirken seines Geistes und entledigt sich der Zeit in seinem Denken. Ruhe in der Bewegung aller Sinneskräfte bannt die wirre Bewegung auf der Lebensbühne in webendes Schauen. Der Himmelswagen ruht, da Bewegung gleich der Zeit im Raume ist, Zeit aber nicht mehr wiegt im Geiste. Das edle, stolze, kühne, belebende Roß wendet sein Haupt und erkennt im Wirken des Geistes der Vollkommenheit den Bändiger im Gewand eines unbewegten Bewegers, ebengleich jener Art, welche aus Ruhe und der unendlichen Sonnenkraft Kreaturen schöpft.
So strebt dieses Roß nun nicht mehr einer fernen Sonne entgegen, hat doch der Roßbändiger alle Weise im Geschick seiner Führung dem stolzen Tiere offenbart und als strahlende Kraft ewiges Leben bewirkt im steten Sonnenraum der jedem suchenden Wesen Innewohnt. Als Sohn der Sonne, als Kraft der Seele, weilt dieses Roß alsbald im Kreis des ewigen Lichtes, dem ruhenden Selbst. Weil das andere schäbige, zeisighafte, träge Roß noch keinen Wunsch besitzt die gewohnte Bahn des Lebens zu durchbrechen, ist es williger Diener dem Wagenlenker, dem Lauf der Zeit folgend und immerfort in ruheloser Hast über die Schattenauen zu jagen und dankbar und blind die Lebenslast nunmehr alleine zu ziehen - die Sonne über die Welt zu tragen im Himmelswagen. |
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Alle Gedichte und die Kurzgeschichte stammen aus dem Buch: “Geist der Vollkommenheit” und “Spaceboy blue”
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